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Auszeichnung "Weißer Engel"

Hohe Auszeichnung für Hildburg Müller und Jutta Sappelt aus Winkelhaid

Im Bereich der Pflege verleiht das Baye­rische Staats­mi­nis­terium für Gesundheit und Pflege die Auszeichnung „Weißer Engel“ insbe­sondere an Personen, die sich durch vorbild­hafte häus­liche Pflege verdient gemacht haben. Höchstens 70 Personen werden jährlich für ihr ehren­amt­liches Enga­gement mit dem „Weißen Engel“ ausge­zeichnet. In diesem Jahr wurden in Mittelfranken insgesamt 10 Personen – darunter Hildburg Müller und Jutta Sappelt im Rahmen eines feierlichen Festaktes in den Räumlichkeiten der Regierung von Mittelfranken durch Staatsministerin Melanie Huml ausgezeichnet. Die beiden Bürgerinnen wurden von der Gemeindeverwaltung Winkelhaid vorgeschlagen.

Seit 1999 ist Frau Müller im „Hospiz­verein Rummelsberg“ im Besuchs­dienst und als Ster­be­be­gleitung enga­giert. Sie trägt dazu bei, dass die Lebens­qua­lität und Selbst­be­stimmung schwerst­kranker Menschen soweit wie möglich erhalten bleibt. Eine höchst emotionale ehren­amt­liche Tätigkeit. Denn, wo der Tod allge­gen­wärtig ist, ist die psychische Belastung enorm. Wöchentlich besucht sie ein bis zwei Stunden schwerst­kranke und ster­bende Menschen in Rummelsberg. Mit viel Empathie und Einfüh­lungs­ver­mögen schenkt sie ihnen Zuwendung. Außerdem ist es ihr beson­derer Wunsch, die Kranken nicht allein­zu­lassen, sondern an ihren Geschichten teil­zu­nehmen und ihnen Mitgefühl entge­gen­zu­bringen.

Ihre besondere Gabe ist es, Pati­enten wie auch Ange­hö­rigen aufmerksam zuzu­hören und sie zu trösten. Für Schwerst­kranke, Ster­bende und ihre Familien ist sie deshalb eine Kraft­quelle und große Berei­cherung. „Sterben gehört zum Leben dazu!“ Ein Satz, der einfach klingt und doch schwer zu prak­ti­zieren ist. Mit ihrem einfühl­samen Wesen und ihrer Herz­lichkeit lebt sie diesen Gedanken Tag für Tag.

Nach einer eigenen über­stan­denen Krebs­er­krankung kümmert sie sich Frau Jutta Sappelt seit 2001 in beispiel­hafter Weise um die Belange krebs­kranker Menschen und ihrer Fami­li­en­mit­glieder. Sie leitet die Krebs-Selbst­hil­fe­gruppe in Winkelhaid. Eigentlich hat sie die Grup­pen­leitung 2001 nur über­gangs­weise kommis­sa­risch über­nommen, damit die Gruppe erhalten bleiben konnte. „Über­gangs­weise“ dauert mitt­ler­weile 15 Jahre.

Die Diagnose Krebs bringt das Leben erkrankter Menschen und ihrer Ange­hö­rigen erheblich ins Wanken. Deshalb ist es ihr eine Herzens­an­ge­le­genheit, Menschen mit Krebs zu helfen und sie darin zu unter­stützen, neue Perspek­tiven zu entwi­ckeln für ein Leben mit oder nach einer Erkrankung. Einmal im Monat orga­ni­siert sie Grup­pen­treffen, in denen sie einen Rahmen für gegen­seitige Unter­stützung bietet. Durch Gespräche, Erfah­rungs­aus­tausch und Fach­in­for­ma­tionen setzt sie sich mit der schweren Krankheit ausein­ander.
Ihre Selbst­hil­fe­gruppe bietet auch Raum für Akti­vi­täten, in denen der Krebs nicht im Mittel­punkt steht. Der jähr­liche Tages­ausflug, Bier­gar­ten­besuch und das Weih­nachts­essen sind hier nur Beispiele für ihre liebevoll orga­ni­sierten Aktionen. Mit großem Interesse nimmt sie regel­mäßig an Fort­bil­dungen für Grup­pen­leiter und Grup­pen­lei­te­rinnen teil. Sie verwaltet die Gelder für die Grup­pen­arbeit mit höchster Sorgfalt. Ihr ist die Hilfe von Mensch zu Mensch besonders wichtig, denn das Internet, wie sie sagt, „nimmt dich nicht in den Arm.“

Erster Bürgermeister Michael Schmidt – der die beiden Damen zur Ehrung begleiten durfte – bedankte sich für ihre großartige und beispielhafte Arbeit und ihr idealistisches Engagement, dass in der heuten Zeit leider immer weniger wird. Diese Auszeichnung haben beide mehr als verdient.

Der sehr würdevoll gestaltete Nachmittag klang mit einem gemeinsamen Essen aus.