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Informationen von TENNET zur 220-kv-Leitung

Infos rund um die Ertüchtigung der 220-kV-Bestandsleitung in Winkelhaid Über die Ertüchtigung der bestehenden 220-kV-Leitung, die unmittelbar durch den Ortskern der Gemeinde Winkelhaid verläuft, wird viel gesprochen.

Lea Gulich, Bürgerreferentin des zuständigen Netzbetreibers TenneT TSO GmbH, antwortet deshalb auf einige Fragen.

Was passiert mit der bestehenden 220-kV-Leitung?

Im Zusammenhang mit der Energiewende ist TenneT gesetzlich verpflichtet worden, die bestehende 220-kV-Leitung durch eine 380-kV-Leitung zu ersetzen. Damit soll die Leitung für die steigenden Anforderungen fit gemacht werden. Es handelt sich um einen sogenannten Ersatzneubau. TenneT geht mit solchen Ersatzneubauprojekten konsequent nach dem NOVA-Prinzip vor. NOVA bedeutet: Netzoptimierung vor Verstärkung vor Ausbau. Das heißt, vorhandene Umspannwerke und Leitungen werden zuerst optimiert und verstärkt. Dadurch kann der Neubau von Leitungen und Netzknoten reduziert werden.

Die neue Leitung soll vorzugsweise direkt neben der Bestandsleitung gebaut werden. Die Umspannwerke und Schaltanlagen werden entsprechend angepasst. Sobald die neue Leitung in Betrieb geht, wird die bestehende Leitung zurückgebaut. TenneT ist sich der besonderen Situation in der Region bewusst: Aufgrund des hohen Leitungsalters- der Leitungsbau geht in die 1940er Jahre zurück- sind die Siedlungsbereiche oftmals nahe an die Leitung herangerückt. Deshalb ist ein Ersatzbau direkt neben der bestehenden Leitung an vielen Punkten schwierig darstellbar.

 

Was bedeutet das konkret für die Gemeinde Winkelhaid und ihre umliegenden Ortsteile?

Die Detailuntersuchungen zur Bestandsleitung sind noch nicht beauftragt. Planungen zu einem künftigen Verlauf bestehen aktuell nicht. Was die Ertüchtigung für die Gemeinde Winkelhaid und ihre Ortsteile bedeutet, lässt sich aktuell nicht konkret sagen. Grundsätzlich kann ich versichern, dass TenneT der Schutz des Wohnumfeldes sehr wichtig ist. Deshalb sind wir bei allen unseren Projekten bestrebt, möglichst weit entfernt von Wohnbebauung zu bleiben, auch ohne ausdrückliche gesetzliche Verpflichtungen oder landesplanerische Vorgaben.

Im Unterschied zu Neubauprojekten müssen wir bei der Verstärkung von bestehenden Leitungen den ursprünglichen Leitungsverlauf beachten. Hier sind uns also engere Grenzen gesetzt. Aber auch hier sind wir bestrebt, das Wohnumfeld zu schützen. Obwohl es keine gesetzlichen Vorgaben zu Mindestabständen in Bayern gibt, konnten wir in unseren Projekten bislang mit den Betroffenen gemeinsam Lösungen erarbeiten.

V.a. in Gemeinden, in denen eine Bestandsleitung direkt den Ortskern durchquerte. Das werden wir auch weiterhin tun. Unabhängig vom Bestreben, Mindestabstände als planerische Vorgabe in das Landesentwicklungsprogramm aufzunehmen. Wir werden frühzeitig den Kontakt zur Gemeinde Winkelhaid und allen betroffenen Ortsteilen, Bürgern und Verbänden, der Lokalpolitik sowie den Genehmigungsbehörden suchen, um über die Grundzüge des Vorhabens zu informieren und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten. Dies wird noch vor Beginn des offiziellen Planungs- und Genehmigungsverfahrens geschehen. 

 

Welche Grundlage hat die Leitungsertüchtigung?

Bereits die Netzentwicklungspläne 2014 und 2025 führen das Projekt P53 (Leitung Raitersaich-Ludersheim-Altheim) an. Und auch im novellierten Bundesbedarfsplangesetz, das seit Anfang 2016 in Kraft getreten ist, ist P53 gesetzlich fixiert. Diese Maßnahme sieht vor, dass die bestehende Leitung von Raitersaich (Landkreis Fürth) über Ludersheim (Landkreis Nürnberger Land), Sittling (Landkreis Kelheim) nach Altheim (Landkreis Landshut) verstärkt werden soll. Zuständiger Netzbetreiber ist die TenneT TSO GmbH mit Sitz in Bayreuth.

 

Wann soll der Ausbau erfolgen?

Aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen mit dem Netzausbau geht TenneT im besten Fall von einem Realisierungszeitraum bis ins Jahr 2026 aus. Im Hinblick auf die Gesamtlänge von ca. 160km ist- ohne spezifische Kenntnisse zur Bestandsleitung- von einer Bauphase von rund fünf Jahren auszugehen. Der Bau erfolgt abschnittsweise. Da derzeit keine konkreten Pläne vorliegen, können keine Angaben zum tatsächlichen Zeitplan gemacht werden.

Grundsätzlich geht dem Ausbau eine ausführliche Planungsphase voran. Der Zeitplan wird sich nach dieser richten. Im Sinne einer nachhaltigen Planung werden wir frühzeitig und vor Einleitung eines Genehmigungsverfahrens alle Interessengruppen in den Prozess einbinden. Voraussichtlich Ende des Jahres 2016/ Anfang 2017 wird es erste konkrete Informationen geben.

 

Kann die Leitung erdverkabelt werden?

Der Gesetzgeber sieht insgesamt neun Pilotprojekte für Teilerdverkabelungsabschnitte im Wechselstrombereich vor. Diese sind im Energieleitungsausbaugesetz und im Bundesbedarfsplangesetz festgeschrieben. Das Netzverstärkungsprojekt Raitersaich-Ludersheim-Altheim ist aktuell nicht als ein Erdkabelpilot vorgesehen.

 

In den vergangenen Monaten wurden bereits Arbeiten an der Leitung durchgeführt. Haben die etwas mit der Leitungsertüchtigung zu tun?

TenneT hat in den vergangenen Wochen Ausholzungsarbeiten an der 220-kV-Bestandsleitung im Gemeindegebiet durchgeführt. Dies geschieht routinemäßig, damit die Leitung nicht durch Baumbewuchs beschädigt wird. Die Arbeiten stehen nicht mit der anstehenden Leitungsertüchtigung in Verbindung. Durch das Gemeindegebiet von Winkelhaid führt ebenfalls eine110-kV-Leitung. An dieser wurden erst kürzlich Arbeiten durchgeführt. Um nähere Informationen zu den Arbeiten zu erhalten, bitten wir Sie, sich an den zuständigen Eigentümer und Betreiber (Bayernwerk/ E.ON Netz GmbH) zu wenden. Dieser wird Ihnen sicherlich gerne weiterhelfen.

 

Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen als Ansprechpartnerin gern zur Verfügung:

Lea Gulich
Referentin für Bürgerbeteiligung

TenneT TSO GmbH
Bernecker Straße 70
95448 Bayreuth
Deutschland