Sachstand bei den Winkelhaider Stromleitungen

Die in der jüngsten Vergangenheit getroffenen Entscheidungen in der Politik haben auch für die Gemeinde Winkelhaid entsprechende Auswirkungen.

Mitten durch den Ortskern von Winkelhaid führt eine 220-kV-Hochspannungsleitung Stromleitung. Im Zusammenhang mit der Energiewende soll diese Bestandsleitung massiv verstärkt werden. Zuständig ist der Netzbetreiber TenneT TSO GmbH mit Sitz in Bayreuth.

Die TenneT hat im Rahmen der jährlich durchgeführten Netzentwicklungsplanung die Hochrüstung auf eine 380-kV-Hochspannungsleitung mit einer ca. 4,5-fach höheren Stromstärke als die jetzige Leitung als erforderlich ausgewiesen. Die Bundesnetzagentur mit Sitz in Bonn hat als genehmigende Behörde im Dezember 2015 ihre Zustimmung zu dieser Hochrüstung erteilt. Noch vor Weihnachten 2015 wurde diese Hochrüstung auf eine 380-kV-Leitung vom Bundestag als „Vorhaben 41“ in das Bundesbedarfsplangesetz aufgenommen. Damit ist die TenneT verpflichtet, diesen Netzausbau umzusetzen. Die Gesamtinbetriebnahme ist für 2026 geplant.

Im Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG) wird die Hochrüstung wie folgt beschrieben:
„Das Vorhaben soll die Anbindung des Großraums Nürnberg mit dem Südosten Bayerns verbessern. Es stärkt die Transportkapazitäten zum Standort des stillzulegenden Kernkraftwerks Isar und zusammen mit dem Vorhaben 32 auch die in Richtung Österreich“.

Die Bestandsleitung führt vom Umspannwerk Raitersaich (Lkr. Fürth) durch Winkelhaid über Ludersheim (Lkr. Nürnberger Land) und Sittling (Lkr. Kelheim) nach Altheim (Lkr. Landshut) und von dort weiter zur Österreichischen Grenze. Die Leitung durch Winkelhaid wurde bereits in den 1940er Jahren gebaut.

Aktuell sind oft auch zwei weitere Stromleitungen in den Medien: Die Gleichstromverbindungen Südostlink und Südlink. Diese sind jedoch völlig getrennt von der Wechselstromleitung über Winkelhaid zu betrachten.

 

Diese beiden langen Gleichstrom-Nord-Süd-Verbindungen (Südlink- und Südostlink) werden zukünftig direkt vom Norden Strom nach Bayern liefern. Die TenneT ist auch verantwortlicher Netzbetreiber für diese Leitungen. Damit liegen die Planungen für beide Leitungsbauvorhaben in einer Hand. Die Stromverbindung zwischen Raitersaich und Altheim, die durch das Gemeindegebiet Winkelhaid verläuft, bleibt weiterhin eingebettet in das reguläre Wechselstromnetz. Damit kann die Leitung nach derzeitiger Gesetzeslage auch nicht erdverkabelt werden.

 

Genauere Angaben können allerdings zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht genannt werden. Nach Aussage der TenneT wird dies frühestens zum Ende des Jahres 2017 möglich sein. Erster Bürgermeister Michael Schmidt und die Vertreter der örtlichen Bürgerinitiative „Keine Stromautobahn über Winkelhaid“ sind hierbei mit der TenneT im laufenden Kontakt. Ziel ist es nach wie vor, eine evtl. zu errichtende Stromleitung um Winkelhaid – mit den geringsten möglichen Belastungen - herumzuführen.

 

Definitiv kann allerdings festgestellt werden, dass eine neue Leitung nicht in der bestehenden Trasse, bzw. über bebautes Gebiet in Winkelhaid geführt werden kann. Der Vorschlag der Bürgerinitiative und der Gemeinde Winkelhaid, bzw. noch vorhandene Alternativen, werden von Anfang an in die Planung mit aufgenommen und geprüft. Die TenneT hat hierbei versichert, die Belange der Gemeinde Winkelhaid in den Planungen und Gesprächen mit zu berücksichtigen.

 

Über den aktuellen Stand des Vorhabens können Sie sich im Internet unter

http://www.netzausbau.de/leitungsvorhaben/bbplg/41/de.html (link is external) informieren.