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Bürgerversammlung 2019 Ungelstetten

Vom Mehrgenerationenhaus bis zur Stromtrasse
Winkelhaids Bürgermeister Michael Schmidt spricht auf der Bürgerversammlung in Ungelstetten zahlreiche Themen an.

Winkelhaids Bürgermeister Michael Schmidt lobte die weiterhin positive Entwicklung der Einnahmen des Gemeindehaushalts für das Jahr 2019 mit dem Finanzplan bis 2022. Somit stehen Haushaltsmittel für verschiedene Projekte zur Verfügung.
Die Gemeinde stellt 460 000 Euro für einen geplanten Mehrgenerationenspielplatz an der Reicherzaunstraße zur Verfügung. Baubeginn ist für Herbst diesen Jahres geplant, die Fertigstellung im Frühjahr 2020

Für 75 000 Euro wird ein Bus für die Feuerwehr angeschafft.

Eine neue Halle für den Bauhof zum Unterstellen der Geräte schlägt mit 170 000 Euro zu Buche.

Den größten Posten stellt der geplante Hortneubau mit 2 300 000 Euro dar. Schmidt erklärt: „Die Ausgaben für die vorschulische Bildung sind in den letzten Jahren explodiert“. Die Buchungszeiten für Krippe, Kindergarten und Hort seien in den letzten Jahren extrem gestiegen. Daraus ergeben sich entsprechend gestiegene Personalkosten für die Gemeinde. Die Hälfte der gemeindlichen Personalkosten in Höhe von  gut 1,1 Millionen Euro entfallen auf den Kindergärten.
Aufgrund des steigenden Bedarfs an Hortplätzen, entschied sich die Gemeinde für einen Hortneubau zwischen Schule und der TSV-Halle. Der einstöckige Bau bietet für drei Gruppen Platz und ist vorausschauend geplant. Dank guter Belichtung der Kellerräume könnten diese später zusätzlich für Krippe, Hort oder Schule genutzt werden. Ein Defizit entsteht durch die hohen Betreuungskosten in Krippe, Kindergarten und Hort. Pro Einrichtung werden derzeit täglich gut 130 Kinder betreut, bei steigender Nachfrage. Die Gemeinde rechnet in diesem Jahr mit einem Defizit von über einer Million Euro in diesem Bereich.

Für den Neubau der Stromtrasse P53 liegt ein grober Trassenrahmen vor, der jedoch nicht den genauen Verlauf zeigt. Dieser wird erst im Frühjahr 2020 vorliegen. Die Gemeinde Winkelhaid übermittelte bereits den Flächennutzungsplan, Bebauungspläne und ihre Vorschläge an den Netzbetreiber Tennet. Es bringe nichts, jetzt über Windkrafträder zu diskutieren. Denn laut Bundesbedarfsplan komme die neue Stromleitung. Schmidt stellt fest: „Wer vorher eine Leitung hatte, wird auch zukünftig eine haben. Sie wird nur weiter weg sein.“

Bereits im Mai 2018 empfahl der Winkelhaider Gemeinderat die Schließung der Ungelstettener Kläranlage. Denn eine Sanierung der in die Jahre gekommenen Anlage rentiert sich nicht mehr. Es wurden die Kosten für eine Sanierung, einen Neubau und den Anschluss an die Kläranlage Winkelhaid gegenübergestellt. Laut Schmidt unterscheiden sich die Kosten für die Varianten kaum. Der Unterschied liege in den Folge- und Unterhaltskosten. Diese sind bei einem Anschluss an die Kläranlage Winkelhaid erheblich günstiger. Ein weiterer Vorteil ist, dass größere Kläranlagen bessere Reinigungsstufen als kleine Anlagen haben. Allerdings ist eine Investition in Höhe von vier Millionen Euro zu stemmen. Schmidt rechnet mit einer Fördersumme in Höhe von 500 000 Euro, welche ihm bei einer Informationsveranstaltung im Wasserwirtschaftsamt bestätigt wurde. Die Finanzierung der restlichen Summe bespricht der Gemeinderat. Schmidt geht davon aus, dass es eine Mischfinanzierung aus Beiträgen und Gebühren wird. Er erklärt, dass nicht alles auf Grundstücksbesitzer umgelegt werde. Die Entscheidung über die Details trifft der Gemeinderat 2020. Die Gebühren werden voraussichtlich mit zwei Abschlagszahlungen berechnet.

Bei der Lärmbelastung, ergibt sich keine Verbesserung. Laut der Autobahndirektion Nordbayern werden die Lärmsanierungsgrenzwerte in Ungelstetten und Winkelhaid eingehalten. Somit werden keine Lärmschutzmaßnahmen erstellt.

Schmidt wirbt für das Bauvorhaben Horänder in Penzenhofen. 250 Menschen könnten in seniorengerechten Einheiten wohnen und gepflegt werden. Sobald die Ergebnisse des Lärmschutzgutachtens vorliegen, wird im Gemeinderat in einer öffentlichen Sitzung über das Bauvorhaben abgestimmt.